Im Sommer 2010 fand die zweite Intensivfamilientherapie über fünf Tage im Zentrum für Therapeutisches Reiten - Amistad - statt.
Hier Impressionen und der Erfahrungsbericht der Mutter:

“Mama, die haben doch gar nichts mit uns gemacht!?” Das war die Aussage unserer zweiten Tochter auf dem nach Hause Weg am ersten Tag.


Wir sind eine fünfköpfige Familie und unsere älteste Tochter ist autistisch. Wir wollten an der Therapie teilnehmen, damit unsere Tochter über ihr “Anderssein” weiter aufgeklärt und der Begriff Autismus eingebracht wird. Den Kindern haben wir erklärt, dass wir diese Therapie machen, damit sie sich untereinander wieder besser verstehen.

Im Nachhinein kann ich nur bestätigen, dass es wohl kaum eine bessere Atmosphäre gibt, als dort bei den Tieren, wo die Kinder sich sicher und wohl fühlen, um über diese Dinge zu sprechen. Es wurde im Vorfeld jedoch erst abgesprochen welche Themen uns als Eltern wichtig sind und während der Therapie haben sich die Pädagoginnen jeden Tag kurz mit uns zusammengesetzt und die Ziele und die Vorgehensweise abgestimmt.

Jedes Kind hatte sein eigenes Pferd und seine eigene Reitlehrerin mit denen es ganz alleine etwas unternehmen konnte. Oft nach seinen eigenen Wünschen. Es konnte einen geführten Ausritt machen, oder in der Halle oder auf dem Außenplatz traben oder sogar galoppieren, oder einfach mit dem Pferd fangen spielen. Aber sie mussten auch Verantwortung übernehmen, denn das Pferd musste regelmäßig geputzt und gefüttert werden. Diese Aufmerksamkeit für jedes einzelne Kind war vor allem für unsere jüngere Tochter und unseren Sohn wichtig, denn diesmal ging es nicht nur um ihrer ältere Schwester, sondern auch um sie.

Dann gab es ganz viel Aktionen, die zusammen unternommen wurden. Wir Eltern hatten dabei auch unser eigenes Pferd. Hierbei kam es darauf an, sich abzustimmen. Z.B. beim gemeinsamen Frisieren der Pferde, beim Stallausmisten oder beim Ausritt, wer reitet vorne und wer kann sich auch mal zurücknehmen und schließt sich hinten an. Und auch beim Spielen mit nur einem Pferd war es immer wieder wichtig miteinander zu kommunizieren und sich abzustimmen.

Zwischendurch konnte jeder aber auch mal entspannen. Die Kinder liebten es z.B. sich beim geführten Ausritt rückwärts auf das Pferd zu legen. Dabei konnten sie jede Bewegung des Pferdes und sich selbst ganz intensiv wahrnehmen.



Ich, als Mutter habe diese Tage genossen. Es tat so gut einmal Verantwortung abzugeben und sich um nichts kümmern zu müssen, noch nicht einmal um die Verpflegung. Ich musste auch nicht von Kind zu Kind rennen, um möglichst von jeder Situation ein Foto zu machen. Denn auch hierfür war gesorgt. Ein Fotograf hat uns jeden Tag begleitet und uns ein sehr schönes Fotobuch erstellt. Wenn mit den Kindern alleine gearbeitet wurde, konnte ich mich entspannt hinsetzen und ein Buch lesen oder die Augen schließen und dösen. Darüber hinaus habe ich einiges über Pferde gelernt und hatte keine Angst beim Putzen oder Reiten, obwohl ich eigentlich eher Respekt vor den großen Tieren habe.

Die Therapie hat vor allem bei unserer ältesten Tochter einen “Stein ins Rollen” gebracht und wirkte noch sehr lange nach. Zunächst merkten wir deutlich, dass sie sich mit dem Thema Autismus auseinander setzte. Sie war sehr empfindlich, aufbrausend und aggressiv. Man spürte, dass sie die Situation nicht akzeptieren wollte. Aber dann kamen die Fragen: Was ist an mir anders? Warum bin ich anders? War das von Geburt an? Usw.


Ich habe viel mit unserer Tochter gesprochen und versucht einiges zu erklären. Dabei konnte ich nun ganz offen sprechen, habe nichts beschönigt, aber auch nichts schlechter gemacht, als es ist. Wir haben eine Basis gefunden auf die nun aufgebaut werden kann.

Die fünf Tage haben allen sehr, sehr viel Spaß gemacht und wir bedanken uns nochmals beim Vorstand und bei den Pädagoginnen, die durch ihrer feinfühlige Vorgehensweise, die Kinder durch die Arbeit mit den Pferden so abgelenkt haben, dass sie gar nicht bemerkt haben, dass sie eigentlich therapiert wurden - denn: es wurde ja gar nichts mit ihnen gemacht…

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Finanziell ermöglicht wurde die Intensivfamilientherapie durch das Charity Golfturnier der Damen des Golfclubs Issum und den Förderverein des Zentrums für Therapeutisches Reiten Niederrhein e.V..

Sie sind interessiert an einer Intensivfamilientherapie?
Dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf: Ute Slojewski, Telefon 02834 - 94 30 447 oder
per Mail uteslojewski@gmx.de

 

 

Pferdefreizeiten 2008

Im Mittelpunkt steht wie immer der Kontakt mit den Pferden - so werden die Ponies beobachtet, gepflegt und umsorgt - es wird auf Spaziergängen geritten, in der Reitbahn Altes und Neues geübt! Wir verrichten auch kleine gemeinsame Arbeiten auf dem Hof, wie das Misten der Pferdeställe - gemeinsam macht das richtig Spaß! Und nicht zu vergessen - wir essen mittags zusammen und für das freie Spiel auf dem Hof bleibt natürlich auch noch Zeit.

Die jeweils vier- bzw. fünftägigen Ferienfreizeiten beginnen täglich um
9.30 Uhr und enden um 14.30 Uhr.


Wo? Amistad - Zentrum für Therapeutisches Reiten
Die Ferienfreizeiten werden von ausgebildeten Reitpädagoginnen geleitet. In der Regel können an allen Freizeiten Kinder mit und ohne Handicaps teilnehmen. Schriftliche Anmeldung bis spätestens 8 Wochen vor Beginn der Ferienfreizeit.

Weitere Infos geben wie Ihnen gerne per Telefon unter: 02842/ 47 5530