Eine
Intensivfamilientherapie:
das Pilotprojekt im Zentrum für Therapeutisches Reiten - Amistad
im August 2009
Eine ganze Familie setzte auf das richtige Pferd:
Es
ist kein Wiesel, es ist Mia.
Immer in Bewegung, immer fröhlich und interessiert. Ach, da
ist ja der freundliche Schmusehund - schnell eine Streicheleinheit
für Tammo. Was auf dem Papier über das sechsjährige
Mädchen geschrieben steht, mag man zunächst kaum glauben:
geistig-seelische Beeinträchtigungen, hochgradige Sprachentwicklungsstörung,
psychomotorische Einschränkungen. Mia, ihre gesunde zweijährige
Schwester Selma und ihre Eltern erlebten nun eine ganz besondere
Woche. Eine Intensivtherapie im Amistad-Zentrum für Therapeutisches
Reiten in Straelen. |
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Bewiesene
Wirkung der Pferde
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Für ein vierköpfiges Reitpädagogen-Team, eine Logopädin
(Sprach-Heilkundlerin) und die vier Therapie-Pferde Santos, Rambo,
Cajol und Finja gab es über sechs Tage nur eines: das Wohl
der Essener Familie Soytetir.
Für Diplom-Reitpädagogin Ute Slojewski, Leiterin vom Amistad
(spanisch = Freundschaft) bedeutete das aufwändige Unterfangen
Neuland. |
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In
einem Schreiben an die Borgmann-Stiftung in Kamp-Lintfort, die
das Pilotprojekt finanziell erst möglich machte, formulierte
sie so: Allen Familienmitgliedern wird die Möglichkeit
gegeben, individuelle positive Entwicklungsschübe zu erfahren
und die Familie als Ganzes zu stärken. Wir setzen auf die
bewiesene Wirkung der ausgebildeten Therapiepferde, auf Naturerlebnisse
und die fachliche Kompetenz eines größeren Teams.
Und siehe da, nicht nur die Familie als Ganzes profitierte,
auch das Pädagogenteam selbst. Meike van Bühren, Diplom-Sozialpädagogin:
Durch die neuen Erfahrungen in der Arbeit mit einer ganzen
Familie und der intensiven Zusammenarbeit im Team sind wir enger
zusammengerückt. Es war auch für uns ein voller Erfolg,
wir fühlen uns bestätigt!
Sehr
gemischte Gefühle
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Bülent Soytetir ist Tischler, seine Frau Nicole Kinderkrankenschwester.
Aus beiden sprudelt es nur so heraus, wenn sie über die Woche
in Straelen berichten. Erfolg? Ja, auf jeden Fall, und eben nicht
nur für das behinderte Kind. Nicole Soytetir: Ich hatte
sehr gemischte Gefühle, stand Pferden ängstlich gegenüber.
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Aber
es war dann total super, ich hätte nie gedacht, zu Cajol
(ein Camarque-Pferd) eine solch enge Beziehung gewinnen zu können.
Ich konnte in der Woche sehen, was Mia und die anderen erlebten,
habe aber auch für mich selbst Ruhe finden können -
so was kannte ich in den letzten Jahren gar nicht mehr.
Bülent Soytetir spricht dankbar von einem gewissen Luxus,
der seiner Familie (die während der Therapiewoche in einem
Bauernhaus unweit von Straelen untergebracht war), widerfahren
sei. Sonst bestimmen wir den Alltag. Jetzt war es ein ganz
entspanntes Sich-Fallen-Lassen, ein tolles Team erkannte unsere
Bedürfnisse. Bei Mia, so räumte ihr Vater ein,
habe man bei der speziellen sprachlichen Förderung keine
Berge versetzen können, allerdings habe sie beim Reiten verstärkt
lautiert und ihre Freude geäußert. Insgesamt
gesehen zeige sich das Mädchen seit der Therapiewoche ungewöhnlich
selbstbewusst und total ausgeglichen.
Umzug
vor einem Jahr
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| Mit
Ross und Reiter war das Amistad-Zentrum, 1997 von Ute Slojewski
gegründet, vor einem Jahr von Kamp-Lintfort nach Straelen umgezogen.
Hier, auf Adjims Ranch an der Broekhuysener Straße 1, wird
eine segensreiche Arbeit fortgesetzt. Amistad betreut zur Zeit rund
100 Menschen mit körperlichen und seelischen Handicaps aus
der ganzen Region, von Emmerich über Kleve und Wesel bis Moers
und Duisburg. |
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Auch der emsige Förderverein, jetzt mit der Rheinbergerin
Anke Sczesny und der Kamp-Lintforterin Andrea Hendrix an der Spitze,
setzt seine Tätigkeit uneingeschränkt fort. Dort hofft
man auf weitere Sponsoren wie die Borgmann-Stiftung, um erneut
Projekte für Familien anbieten zu können
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Weitere
Infos geben wie Ihnen gerne per Telefon unter: 02834 - 94 30 447
Pferdefreizeiten
2008
Im Mittelpunkt steht wie immer der Kontakt mit den Pferden - so werden
die Ponies beobachtet, gepflegt und umsorgt - es wird auf Spaziergängen
geritten, in der Reitbahn Altes und Neues geübt! Wir verrichten
auch kleine gemeinsame Arbeiten auf dem Hof, wie das Misten der Pferdeställe
- gemeinsam macht das richtig Spaß! Und nicht zu vergessen - wir
essen mittags zusammen und für das freie Spiel auf dem Hof bleibt
natürlich auch noch Zeit.
Die jeweils vier- bzw. fünftägigen Ferienfreizeiten beginnen
täglich um
9.30 Uhr und enden um 14.30 Uhr.
Wo? Amistad - Zentrum für Therapeutisches Reiten
Die Ferienfreizeiten werden von ausgebildeten Reitpädagoginnen
geleitet. In der Regel können an allen Freizeiten Kinder mit und
ohne Handicaps teilnehmen. Schriftliche Anmeldung bis spätestens
8 Wochen vor Beginn der Ferienfreizeit.
Weitere
Infos geben wie Ihnen gerne per Telefon unter: 02842/ 47 5530
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